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Warum falsche Entscheidungen besser sind als keine!

von Peter Bremicker

 Endlich wieder Kind sein!

 

„Hiermit erkläre ich öffentlich meinen Rücktritt vom Erwachsensein. Ich habe beschlossen, die Bedürfnisse eines Sechsjährigen zu leben. Ich möchte zu McDonalds’ gehen und denken, es handle sich um ein Viersternerestaurant. Ich möchte kleine Stöckchen über eine frische Lehmpfütze segeln lassen und kleine Wellen mit Steinchen machen. Ich möchte denken, dass Smarties besser sind als Geld, weil man sie essen kann. Ich möchte unter einer großen Eiche liegen und an einem heißen Sommertag mit meinen Freunden einen Limonadenverkauf betreiben.

Ich möchte zu einer Zeit zurückkehren, in der das Leben einfach war. Als alles, was ich kannte, Farben, Rechentafeln und einfache Schlaflieder waren, was mich aber nicht gestört hat, weil ich nicht wusste, was ich nicht wusste, und darüber auch nicht besorgt war. Was ist mit der Zeit geschehen, zu der wir glaubten, das Schlimmste, was uns passieren könnte, wäre, dass uns jemand unser Springseil wegnimmt und uns als Letzten in die Handballmannschaft wählt?

Als die wirklich wichtigen Entscheidungen die Erwachsenen für mich trafen und ich nur darüber zu entscheiden hatte, ob ich nun Erdbeer- oder Schokoladeneis mochte oder wer neben mir in der Schulklasse sitzen durfte. Ich möchte wieder Kind sein.“

Ich vermute, dass diese Zeilen und Gedanken vielen von uns schon mal durch den Kopf gegangen sind. Das Gefühl und die Sehnsucht doch wieder zurückzukehren an den Ort, an dem wir losgelöst von jeglicher Verantwortung und differenzierten Entscheidungsprozessen wieder Kind sein dürfen. Da gibt es tief in uns die Sehnsucht, einen Ort zu haben, an dem ein anderer für mich entscheidet und mir die Verantwortung abnimmt.