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Peter Bremicker gibt Tipps, wie wir emotionalem und geistlichem Missbrauch in der Gemeinde begegnen können.

Krankmachender Glaube – gibt es so etwas überhaupt in unserer evangelikal-pietistisch geprägten Landschaft? Das findet sich doch nur, wenn überhaupt, in irgendwelchen Sekten oder ideologisch geprägten Gruppen! Dass ein Mensch in einer solchen Gruppe Schaden nimmt an Leib und Seele, das können wir uns vorstellen. Aber doch nicht in unseren fromm-evangelikalen Kreisen und schon gar nicht in meiner Gemeinde!

Sicher ist auf jeden Fall, dass es rund um das Thema ein großes Tabu gibt. „Man“ spricht nicht gerne darüber und beschmutzt schon gar nicht das eigene Nest. Aber auch und vielleicht gerade in unseren Gemeinden finden sich krankmachende Glaubensüberzeugungen und krankmachende Strukturen. Bedauerlich vor allem, weil Jesus in diese Welt kam um zu heilen und zu befreien. Folgende Aspekte sind mir in meiner Arbeit als Seelsorger und Berater immer wieder begegnet und machen deutlich, wo u. a. die Ursachen für einen krankmachenden Glauben liegen können.

Neben bei:

Studien belegen, dass der Glaube eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf die körperliche und seelische Gesundheit hat. Gläubige Menschen können demnach mit Schwierigkeiten, Stress, Lebenskrisen und Konflikten weitaus besser umgehen als nicht religiöse Menschen. So gibt es offensichtlich gute Gründe für den Glauben, natürlich nicht nur auf Grund der Studien und der höheren Lebenserwartung. Trotzdem scheint es eben auch die andere Seite der Medallie zu geben. Ein Glaube oder auch Strukturen, die wenig Lebensförderliches zu lassen. Ein Frömmigkeitsstil, der gepaart mit Gesetzlichkeit und Abhängigkeitsstrukturen die menschliche Seele tief verletzen und den Betroffenen auf Dauer zerstören kann.