Der kanadische Erfolgsautor Lionel Tiger, der vor elf Jahren das Buch „Auslaufmodell Mann“ geschrieben hat, kritisiert heftig die Praxis, lebhafte Buben in der Schule mit Ritalin ruhig zu stellen.

(SSF/im.) 90 Prozent der „Opfer“, welchen Ritalin verabreicht werde, seien Knaben, und viele würden schon mit drei Jahren mit der „gefährlichen Droge“ ruhig gestellt, kritisiert Tiger, insbesondere mit Blick auf die USA. Er spricht im Tages-Anzeiger vom 13. November von einer „massenhaften Feminisierung von Buben durch Drogen“ und verweist darauf, dass zum Beispiel Frankreich mit der Ritalinabgabe sehr zurückhaltend ist. Dass das heutige Erziehungssystem „weiblich ist“, sieht Tiger nicht als Problem. „Aber wenn eine öffentliche Institution, die Schule, nur dann funktioniert, wenn man über die hälfte der Betroffenen Drogen verabreicht, stimmt doch was nicht!“ sagte der Erfolgsautor der Zeitung und spricht von einem regelrechten „Krieg gegen die Buben“.