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Videospiele mit hohem Gewaltanteil zerstören im Spieler zentrale Werte wie Wärme, Offenheit und Feingefühl. Zu diesem Schluss kommen Psychologen der University of Queensland.

(SSF/Livenet) «Menschen identifizieren sich mit der Aggression, die in der virtuellen Umgebung der Gewaltspiele endlos fortgesetzt wird. Die Menschlichkeit geht dabei verloren», so die Forscher um Bastian Brock.

Untersucht wurden Jugendliche, die im Videogame «Mortal Kombat» gegeneinander oder gegen den Computer antraten, sowie bei einem vergleichbaren Spiel, das jedoch ohne exzessive Gewalt auskommt. Wie die Erhebung zeigte, schreiben sich die Probanden nach dem Gewaltspiel in geringerem Mass typisch menschliche Eigenschaften zu.

Gewaltbereitschaft steigt

«Das Ergebnis passt in das Bild, das bereits unzählige Studien und Experimente zeigen. Virtuelle Gewalt lässt nachweislich die Schwelle für Gewaltanwendung in der realen Welt sinken und raubt die Sensibilität für Hilfsbedürftigkeit im Umfeld», urteilt der Hirnforscher Manfred Spitzer. Es gehe dabei nicht nur um kurzfristige Effekte unmittelbar nach dem Spiel, sondern um langfristiges Lernen. Der Einzelne ist in Killergames weit aktiver bei der Sache als beim eher passiven Ansehen eines Films mit Gewaltdarstellung, was den Lerneffekt erhöht, argumentiert der Ulmer Psychiater und Psychologe.

Hersteller lobbyieren

So eindeutig für Manfred Spitzer die negativen Effekte von Gewaltspielen auch belegt sind: In der Gesellschaft sind sie kaum verankert. Spitzer vergleicht die Situation mit jener des Rauchens zum Zeitpunkt der 70er-Jahre. «So wie damals die Tabakbranche, vertuscht auch heute die Videogames-Industrie mit viel Aufwand die wissenschaftliche Forschung und streut scheinbare Gegenargumente. Und ähnlich wie Raucher das Gesundheitsrisiko abstreiten, tun dies auch Spieler mit der Steigerung der Gewaltbereitschaft. Dass diese eintritt, sie ist jedoch statistisch dokumentiert.»

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