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Kinder sind den neuen Medien weitgehend ungeschützt ausgeliefert. Viele Eltern sind überfordert, ihre Kinder darin zu begleiten. Nun hat die SFA ihren achten Elternbrief dem Thema gewidmet und gibt eine Reihe von Tipps.
(SSF) Der Computer ist allgegenwärtig, und damit auch das Internet und weitere Medien. Während viele Eltern sich nicht weiter um das Verhalten ihrer Kinder kümmern, sind andere schon rein technisch überfordert, wenn sie bei ihren Kindern und insbesondere Teenies mitreden wollen. Andere verhalten sich naiv und gestatten ihren Kindern den eigenen Fernseher und Computer im Zimmer und verzichten damit auf jede Begleitung. Sie setzen damit ihre Kinder jeder Gefahr aus, die nicht nur von destruktiven Spielen und Videos ausgeht, sondern Kinder auch dem Zugriff von Verbrechern aussetzt. Die SFA rät den Eltern daher:
Zeigen Sie Interesse. Sie müssen nicht über die letzten Neuheiten im Bild sein, um sich für das zu interessieren, was Ihr Kind am Computer macht oder im Fernsehen schaut. Die Medien können zu interessanten Gesprächen führen. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind über die Sendungen, die es gerne schaut, die Musik, die es hört, seine Lieblings-beschäftigung am Computer und was es besonders schätzt und warum.
Stellen Sie Regeln auf. Es besteht für Ihr Kind kein Recht auf unbegrenzte Nutzung der Medien zu jeder Tageszeit. Entsprechend seinem Alter und seinen Bedürfnissen sollten Sie mit Ihrem Kind Regeln für die Mediennutzung zu Hause aufstellen. Legen Sie gemeinsam fest, welche Aktivitäten wie lange und zu welcher Zeit erlaubt sind (spielen, chatten, surfen etc.).
Schränken Sie die Risiken ein. Damit Sie eine gewisse Kontrolle über den Medienkonsum Ihrer Kinder haben, empfiehlt es sich, Computer, Fernseher und andere Bildschirme nicht im Zimmer Ihres Kindes, sondern nach Möglichkeit in einem allgemein zugänglichen Zimmer zu installieren. Es gibt spezielle Kindersoftware, die die Gefahr reduziert, dass Ihr Kind unerwünschte Inhalte zu sehen bekommt oder seine persönlichen Angaben preisgibt. Diese Systeme für den Jugendschutz erlauben es, Inhalte zu filtern, die Verbreitung persönlicher Daten zu blockieren, eine Zeitlimite zu setzen oder ein Spiel nur während bestimmten Uhrzeiten freizugeben.
Helfen Sie Ihrem Kind, die neuen Medien kritisch zu betrachten. Auch wenn man im Internet „alles“ finden kann, ist nicht unbedingt auch alles wahr. Wenn Ihr Kind im Internet surft, fernsieht oder ein Computerspiel spielt, ist es wichtig, dass es dies mit einem kritischen Blick tut. Zeigen Sie ihm, wie man Informationen sichtet, Bilder und Werbung analysiert und sie auf ihre Richtigkeit überprüft, indem man sich bei verschiedenen Stellen informiert und kontrolliert, ob die Angaben aktuell sind.
Bringen Sie Ihrem Kind einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien bei. Zeigen Sie Ihrem Kind auf, dass es bei der Nutzung von neuen Medien Grenzen gibt. Das Internet ist ein öffentlicher Raum und somit gewissen Regeln und Gesetzen unterstellt. Wenn Ihr Kind zum Beispiel einen Blog eröffnet, ist es für dessen Inhalte und die Rechtmässigkeit der veröffentlichten Beiträge verantwortlich. Es ist nicht erlaubt, andere Personen ohne deren Einwilligung (und ohne die Einwilligung der Eltern bei Minderjährigen) zu fotografieren und die Bilder ins Netz zu stellen. Es ist verboten, die persönlichen Daten von anderen Personen zu verwenden und Musik oder Filme übers Internet auszutauschen.
Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Regeln und Grenzen sind notwendig, aber es ist genauso wichtig, dass Sie Ihrem Kind mit gutem Beispiel vorangehen. Sie können ihm nicht glaubwürdig vorhalten, zu viel Zeit am Computer zu verbringen, wenn der Fernseher bei Ihnen ständig läuft.
Helfen Sie Ihrem Kind, unabhängig zu werden. Wenn Ihr Kind seine Abende zu Hause vor dem Bildschirm mit Spielen oder Chatten verbringt, wissen Sie, wo es ist und müssen sich keine Sorgen darüber machen, was ihm draussen zustossen könnte. Wenn Sie Ihr Kind auf dem Handy anrufen, können Sie jederzeit fragen, wo es ist und was es macht – das ist für Eltern beruhigend. Die neuen Technologien werden von Eltern trotz der möglichen Gefahren und Unsicherheiten generell gut akzeptiert, weil sie ihnen erlauben, eine gewisse Kontrolle über ihr Kind zu haben. Wichtig ist aber, dass Sie den goldenen Mittelweg zwischen Freiheit und Kontrolle finden. Ihr Kind muss schrittweise lernen, unabhängig zu werden.
Der vollständige Elternbrief: www.sfa-ispa.ch |