Familienecke
| Modernes Rollenbild der Berufsfrau und Mutter wankt |
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Das ideale Rollenbild der modernen Frau als Karrierefrau und Mutter ist brüchig. Zunehmend beklagen Frauen die Doppelbelastung. Dies zeigt sich auch in zwei Beiträgen in der Schweizer Presse am Wochenende. (SSF/im.) „Wenn Frauen zu viel wollen“ lautet der Titel einer Analyse in der NZZ am Sonntag vom 21. März. Im Beitrag der Journalistin India Knight, der zuerst in der englischen Sunday Times erschienen ist, wird die Überforderung der modernen Frauen thematisiert: „Meine Lieblingsfrage zum Thema ‚Mütter und Arbeit’ lautet: Möchten Sie, dass Ihre Tochter eines Tages das gleiche Leben hat wie Sie?’“ Eine wachsende Zahl von Frauen antworte darauf: „Bloss nicht!“ Die Frauen litten nicht nur unter der hohen Belastung der Doppelrolle als Erwerbstätige und Mutter, sondern auch permanent unter einem schlechten Gewissen, weil für ihr Kind oder ihre Kinder zuwenig Zeit bleibe. Sie wünsche sich nicht, dass ihre Tochter ihr Baby einmal täglich nur 45 Minuten sehe, wird eine Mutter zitiert. Knight zieht das Fazit: „Das Modell, an das wir uns verzweifelt klammern, der alte ‚Du-kannst-alles-haben’-Hut passt nicht mehr und hat, wie es scheint, auch nie passen können.“ Es sei daher wenig sinnvoll, wenn nicht sogar dumm, dieses Modell weiter zu verfolgen. Im Gegensatz dazu fühlen sich Vollzeit-Mütter besser: „Ich wünsche mir für meine Tochter, dass sie mit ihren Kindern so viel Zeit verbringen kann wie ich mit meinen“, sagt eine Mutter. Aber auch sie ist nicht zufrieden: „ich wünsche mir auch, dass sie nachts nicht aufwacht und sich fragen muss: Was ist mit meinem Hirn passiert? Mit meinem Leben, meinen Ambitionen, meinen Träumen? Darob kannst du in Panik ausbrechen.“ Die Vollzeit-Hausfrau muss sich rechtfertigenUm einiges positiver – wenn auch nicht ohne Schatten – sieht das ganzseitige Porträt der Hausfrau und Mutter von vier Kindern, Barbara Widauer, in der Aargauer Zeitung vom 20. März 2010 aus. Zwar steht der Beitrag von Nicole E. Emmenegger unter dem etwas einfältigen Titel „Das Kaffeekränzchen ist mir wichtig“, doch stellt er eine zufriedene und positive Frau vor, die in ihrer Rolle (fast) aufgeht. Sie ist „zu 100 % überzeugt, dass eine Mutter ihre Kinder zu Hause besser betreuen kann als die Pädagogen in einer Kinderkrippe“. Denn: „Solche Drittpersonen bringen doch nie die Liebe, das Verständnis, die Geduld auf, die ein Kind braucht.“ Barbara Widauer räumt ein, dass ihr manchmal auch die Decke über dem Kopf einzustürzen braucht und sie dann Aussenkontakte pflegt, eben das „Kaffeekränzchen“, den wöchentlichen Treff mit Kolleginnen. Ihre Rolle als Angestellte im Büro habe sie aber nie vermisst. Sollte sich der Trend zurück zur Vollzeitmutter bestätigen, wird die (Sozial-)politik gefordert sein. Denn nicht erwerbstätige Frauen sind heute in diesem Bereich benachteiligt. |


