Start Familie und Gesellschaft Vor allem Ehen haben Kinder – Politik fördert Konkubinat

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Vor allem Ehen haben Kinder – Politik fördert Konkubinat Drucken
Soll die Politik – dem Trend folgen – Konkubinatspaaren mehr Rechte einräumen oder die Ehe privilegieren, weil sie der Gesellschaft den Weiterbestand ermöglicht? Argumente zu einer verdrängten Frage.

(SSF/iDAF/im.) Das deutsche Institut für Demografie, Allgemeinwohl und Familie e.V. (iDAF) stellt fest: Unter Dreissigjährige leben mittlerweile häufiger unverheiratet als in einer Ehe zusammen. Innerhalb von zwei bis drei Jahrzehnten ist das unverheiratete Zusammenleben für jüngere Paare von der Ausnahme zum Normalfall in Partnerschaftsbiographien und die Heirat ohne vorheriges Zusammenleben von der Regel zur Ausnahme geworden.

Praktisch behandeln in Deutschland Politik und Rechtsprechung Ehen und nichteheliche Lebensgemeinschaften längst als äquivalente Lebensformen. Dies entspreche auch der Sichtweise der (Medien)Öffentlichkeit, so iDAF. Die empirische Sozialforschung zeige jedoch signifikante Unterschiede: Nichteheliche Lebensgemeinschaften sind meist von kürzerer Dauer: Ein grosser Teil von ihnen wird innerhalb weniger Jahre getrennt oder in eine Ehe überführt. Das Trennungsrisiko ist in nichtehelichen Lebensgemeinschaften im Vergleich zu Ehen um ein Mehrfaches höher. Angesichts dessen ist es verständlich, dass unverheiratete Paare seltener gemeinsam Vermögen bilden. Dafür betonen sie stärker die Unabhängigkeit der Partner und deren Eigenverantwortung für ihren Lebensunterhalt. Die finanzielle Solidarität zwischen unverheirateten Lebenspartnern ist also tendenziell schwächer ausgeprägt als bei Ehepaaren. Sich für Kinder zu entscheiden, wird durch solche Umstände nicht erleichtert: Ihre durchschnittliche Kinderzahl ist wesentlich geringer als die verheirateter Paare, in Deutschland und der Schweiz sind sie mehrheitlich sogar kinderlos.

Mitunter wird versucht, diese markanten Unterschiede auf „Selbstselektionseffekte” zurückzuführen: Wer sich keine Kinder wünsche, entscheide sich für die nichteheliche Lebensgemeinschaft, während Paare mit Kinderwunsch aus Konvention bzw. wegen (steuer)rechtlicher Vorteile heirateten. Demnach bringe nicht die Lebensform der Ehe die Kinder mit sich, sondern umgekehrt seien die Kinder der Grund für die Heirat. Dieser Sichtweise widersprechen Forschungen aus den USA: Ausschlaggebend für die höhere Geburtenneigung der Verheirateten seien nicht deren individuelle Eigenschaften, sondern ihr Zusammenleben in der Institution Ehe. Amerikanische Forscher ziehen daraus den Schluss, dass die Ehe einen wichtigen Unterschied macht. Nun fragt sich, ob solche Erkenntnisse auch bis zu denen vordringen, die in den wenigen im Steuer- und Erbrecht verbliebenen Privilegien der Ehe eine zu überwindende „Diskriminierung“ anderer Lebensformen sehen.