Start Familie und Gesellschaft Ist der Staat an funktionierenden Familien interessiert?

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Ist der Staat an funktionierenden Familien interessiert? Drucken

„Die Bedeutung von Familien als gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Erfolgsfaktor ist noch zu wenig bekannt.“ Dies betonte CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz, Geschäftsführerin von Pro Familia, in einer Umfrage unter Familienpolitiker/innen der im Bundesparlament vertretenen Parteien..

(SSF/im.) „Familien in ihren verschiedenen Formen erbringen Leistungen, die der gesamten Gesellschaft zugute kommen“, schreibt die Familienpolitikerin weiter. Richtig spürbar werde dies allerdings erst dann wenn „die Familien, die von ihnen gewünschten Leistungen nicht mehr erbringen könnten, oder diese Leistungen ausbleiben.“

Meier-Schatz weist dazu auf die wachsende Instabilität der (familiären) Beziehungen hin. Diese bleibe nicht ohne Folgen für die Einzelnen und für die Gemeinschaft. Eine von vielen Folgen davon sei  die wachsende soziale, kulturelle und finanzielle Armut.

EVP-Nationalrat Walter Donzé, Präsident des Vereins „Koalition für die Familie“ (KfF), bestätigt den Nutzen funktionierender Familien für das Gemeinwesen: „Stabile Ehen und Familien geben Tragkraft für ein Engagement zugunsten der Gesellschaft.“ Diese sei nicht nur auf Nachwuchs angewiesen, sie lebe auch von Werten, oder vereinfacht gesagt: „Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.“

Markus Wäfler, ex-Nationalrat EDU und Mitglied der Begleitkommission der KfF, weist auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schäden hin, wenn Familien scheitern.  Stabile Familien ersparten dem Staat hohe Sozialfolgekosten „Jede Ehescheidung verursacht mindestens einen Sozialfall“, betont Wäfler, „Kinder, welche nicht mehr zurechtkommen in Schule und Gesellschaft und deshalb besondere Betreuung benötigen.“ Jugendliche aus zerrütteten Familienverhältnissen wiesen zudem ein beachtliches Risikoprofil für Drogen, Kriminalität, Selbstmord, usw. auf.

Wo Handeln dringend wäre ...

Wo wäre staatliches Handeln zugunsten der Familie am dringendsten? Dazu äusserten sich die beiden Familienpolitiker und die Familienpolitikerinnen wie folgt.

Markus Wäfler erwartet zuerst ein klares Bekenntnis zur christlichen Ehe und Familie als verbindliche Lebensgemeinschaft. Sodann plädiert er dafür, die Ausschüttungen für die  Mutterschaftsversicherung auf die Kinderzulagen abzuzweigen und grosszügige Kinderabzüge beim steuerbaren Einkommen für alle zuzulassen. Ausserdem seien die  „staatlichen Luxusnormen“ für private Institutionen in der familienergänzenden Kinderbetreuung abzuschaffen.

Walter Donzé erwartet eine bessere Unterstützung bei der Eheberatung, eine Anerkennung der Familienarbeit (Erziehung, Betreuung usw). sowie ein Grundeinkommen, das den Zwang zum Zweitverdienst vermeidet.

Lucrezia Meier-Schatz fordert, die eheliche Partnerschaft – mit oder ohne Kinder – weiterhin zu schützen. Dringendste Aufgabe in familienpolitischen Bereich sei aber die Bekämpfung der wachsenden Familienarmut – konkret mit Ergänzungsleistungen für Familien.