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Zukunftsforscher rechnet mit Renaissance der Familie Drucken

Der Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski erwartet in den kommenden 20 Jahren einen zweiten demografischen Wandel mit einer Renaissance der Familie. 2029 werde die Familie kein Auslaufmodell – und Konsum oder Kind keine wirkliche Alternative mehr sein, sagte der wissenschaftliche Leiter der Hamburger BAT Stiftung für Zukunftsfragen.

(SSF/PD) Zugleich würden sich die Deutschen von der Konsum- und Erlebnisgesellschaft abwenden, sagte Opaschowski gemäss einer epd-Meldung. Sicheres Einkommen, ein sorgenfreies Leben und die Hoffnung auf soziale Gerechtigkeit bestimmten die Wünsche für die Zukunft, sagte der Zukunftsforscher.

Lieber glücklich als reich
Vor die Alternative gestellt, wollten die Deutschen lieber glücklich sein als reich. Dabei entwickle sich die Gesundheitsorientierung zur Zukunftsreligion. Sie stelle künftig den wichtigsten Wert im Leben dar.

Wohlstand werde nach seinen Beobachtungen zu einer Frage des sozialen Wohlbefindens, erklärte der Autor des Buches "Deutschland 2030 – Wie wir in Zukunft leben". Auch Hilfsbereitschaft stehe ganz hoch im Kurs. Vertrauen, Verantwortung und Verlässlichkeit würden als persönliche Eigenschaften immer mehr gewünscht und gelebt, sagte der Forscher. So entstünden generationenübergreifende soziale Zusammenschlüsse und Wahlverwandtschaften.

Das Paternoster-Prinzip
Nach dem Paternosterprinzip führen künftig einige nach oben und viele nach unten, sagte der Wissenschaftler. Weiter gibt es seinen Beobachtungen zufolge eine Verschiebung vom "Nur-haben-Wollen" hin zum "Nicht-verlieren-Wollen". Durch die Globalisierung der Arbeitswelt gelte künftig, dass die Hälfte der Mitarbeiter doppelt so viel verdiene und dafür dreimal so viel leisten müsse wie früher.

Außerdem sagte Opaschowski eine Leistungsexplosion der jungen Generation voraus. Im 21. Jahrhundert umschreibe Schaffensfreude das Leistungsoptimum von Menschen, die in ihrem Leben weder über- noch unterfordert werden wollen. Weitere Zukunftstrends sind eine weiblichere Arbeitswelt und ein "Re-Start mit 50". Die Wirtschaft brauche ältere Arbeitnehmer. "Nachhaltigkeit ist dann wieder mehr gefragt als die Kurzfristigkeit", sagte Opaschowski.

Opaschowski sprach zum Auftakt eines Symposiums der Evangelischen Stiftung Hephata unter dem Titel "2029: Gesellschaftliche Trends – Perspektiven für soziale Unternehmen".
Internet: www.hephata-mg.de