Familienecke
| Eltern fordern: Harmos-Konkordat überarbeiten |
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Nach der markanten Ablehnung des Bildungskleeblattes im Kanton Aargau, das noch weiter ging als das HarmoS-Konkordat, fordert die „hausfrauen+hausmänner“-Gewerkschaft, HarmoS zu überarbeiten. (SSF/im.) Die Gewerkschaft der Hausfrauen und -männer weist auf einige deutliche Nachteile der Harmonisierung hin. Insbesondere führe die Einführung von HarmoS zu grösseren Kindergruppen und damit zu einer Verschlechterung des Betreuungsverhältnisses. Dies zeige zum Beispiel die Umsetzung der HarmoS-Vorgaben in den Kantonen Zürich und St. Gallen. Dort betreue eine Kindergärtnerin jetzt 18-20 Kinder während fünf Tagen jeweils über dreieinhalb bis vier Stunden. Vor der Einführung seien es zwei bis maximal drei Stunden gewesen. Während früher die eine Hälfte der Kindergartenklasse jeweils an einem oder zwei Morgen frei hatte und die Kindergärtnerin in dieser Zeit mit der anderen Hälfte der Klasse sehr individuell arbeiten konnte, sei heute ständig die ganze Grossgruppe anwesend. Dadurch fielen rund zwei Drittel der Kleingruppenlektionen (Halbklassenunterricht) weg. Mit der Anzahl der Lektionen seien auch die Schülerzahlen pro Klasse oder Gruppe gestiegen. „Damit wird in Kindergarten und Unterstufe eine Situation geschaffen, welche einen zeitgemässen Unterricht teilweise verunmöglicht. Insbesondere für Kinder mit Verhaltensproblemen und Lernschwierigkeiten sind die vierstündigen Unterrichtsblöcke zu lang und es fehlt Zeit für die viel beschworene Individualisierung“, kritisiert die Gewerkschaft. „Therapien und R italin-Abgaben nehmen in der Folge zu.“ Gleichzeitig würden Grosseltern und Eltern in der Ausübung ihrer Erziehungs- und Betreuungsaufgabe eingeschränkt. Dass eine Vorverlegung des Einschulungsalters einen positiven Bildungseffekt bewirkt, basiere auf einer Annahme, welche zurzeit wissenschaftlich nicht belegt werden könne. PISA-Kantone, welche nur ein Kindergartenjahr kennten, hätten im Test sogar leicht besser abgeschnitten als Kantone mit zwei Kindergartenjahren. Durch das viel zu hohe Betreuungsverhältnis sei im Gegenteil ein negativer Bildungseffekt zu erwarten, schreiben die Hausfrauen und -männer in ihrer Pressemitteilung. Ihre Forderung lautet daher: „Aus den vergangenen Reformprojekten, beispielsweise den Reformen der Zürcher und St. Galler Volksschulen sowie der Pädagogischen Hochschule Zürich sind die entsprechenden Lehren zu ziehen und künftige Reformprojekte sorgfältiger und umsichtiger zu planen. Im Interesse unserer Kinder erwarten wir, dass nur grossflächig umgesetzt wird, was sich in Versuchen und externer wissenschaftlicher Auswertung als praktizierbar erwiesen hat und wo ein tatsächlicher Nutzen für das Kind nachgewiesen werden kann.“ Die Hausfrauen- und Hausmännergewerkschaft unterstützt zwar die Vereinheitlichung der Schulsysteme. Diese solle sich jedoch auf die zu erreichenden Lernziele, deren Überprüfung und einheitliche Schulstufen (Primar- und Sekundarstufe) beschränken. So könnten in den einzelnen Kantonen verschiedene Herangehensweisen versucht werden, um die gesteckten Ziele zu erreichen, und die Schulen könnten so den lokalen Bedürfnissen angepasst werden. „Erst was sich im interkantonalen Wettbewerb klar bewährt hat, kann allenfalls für alle verbindlich eingeführt werden“, verlangt die Gewerkschaft. |


