Familienecke
| Selbstverwirklichung bedroht Kinder |
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Das exzessive Streben von Erwachsenen nach persönlichem Erfolg und Selbstverwirklichung habe das Leben vieler Kinder schwer gemacht. Das sagt eine Untersuchung der englischen Wohlfahrtsorganisation Children’s Society, die der anglikanischen Kirche nahe steht. Es bedrohe auch die Ehen, heisst es im Bericht. (SSF/kipa/im.) Der breit angelegte Bericht basiert auf Forschungen mehrerer Dutzend Professoren und Familienexperten sowie Befragungen von etwa 30000 Kindern. Zentrales Hindernis für eine glückliche Kindheit sei der Zerfall familiärer Strukturen durch hohe Scheidungsraten. Ein Drittel der 16-Jährigen wachse ohne den leiblichen Vater auf. Rund die Hälfte der so genannten Scheidungskinder hat dem Bericht zufolge Probleme in der Schule; viele leiden unter Minderwertigkeitskomplexen und Depressionen. Der hohe Anteil berufstätiger Mütter hat nach Ansicht der Forscher die Situation vieler Kinder erschwert. Mehr als zwei Drittel der britischen Frauen mit Babys zwischen sechs und zwölf Monaten gingen arbeiten und überliessen ihre Kinder Babysittern. Wenngleich daraus keine pauschale Verurteilung berufstätiger Mütter abgeleitet werden dürfe, habe deren Abwesenheit dennoch oft negative Auswirkungen auf die seelische Entwicklung der Kinder. Ebenso habe die berufliche Emanzipation der Frauen die Scheidungszahlen explodieren lassen, da Ehen angesichts materieller Unabhängigkeit sehr viel schneller gelöst würden. In seinem Beitrag zu dem Bericht fordert der anglikanische Primas, Erzbischof Rowan Williams, eine neue Wertschätzung der Ehe in der Gesellschaft. Man schädige die kommende Generation, wenn man Ehe „schlicht als eine von vielen Optionen auf dem Marktplatz der Lebensstile“ präsentiere. |


