Familienecke
| Ehe als Institution - Ressourcen für alle |
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Heiraten ist für junge Erwachsene heute nicht mehr so selbstverständlich wie es für ihre Eltern war. Doch vieles spricht weiterhin dafür. Ein Beitrag zur Marriage Week – der Woche für die Ehe. (SSF/IDAF/im.) Lange Zeiten der Ausbildung, unsichere Arbeitsmarktperspektiven, die insbesondere von den Arbeitgebern geforderte Mobilität, die Zerbrechlichkeit von Beziehungen und viele andere Tendenzen erschweren heute die Entscheidung zur Ehe. Trotz dieser Schwierigkeiten ist die Ehe die häufigste Lebensform für Paare in der Schweiz geblieben, auch wenn die Scheidungsraten aus mannigfachen Gründen gestiegen sind. Die Vorteile der Ehe sind nicht einfach darauf zurückzuführen, dass zwei Menschen eng zusammen leben. Entscheidend ist vielmehr, dass die Ehe eine auf Dauer und Verlässlichkeit angelegte Institution ist. Die durch den Bund der Ehe eingegangene wechselseitige Verpflichtung auf Lebenszeit schafft Vertrauen. Dieses Vertrauen ermöglicht ehespezifische Investitionen in die Zukunft, die sich in der Regel langfristig aus als „Return on investment für die Eheleute auszahlen - und als „externe Effekte auch für das Gemeinwesen. Der für die Zukunft des Gemeinwesens bedeutsamste „externe Effekt der Ehe sind Kinder: Mehr als 85 Prozent der (dauerhaft) verheirateten Paare in Deutschland haben Kinder. Dagegen haben nur etwa 20 Prozent der nicht-ehelich zusammenlebenden Partner Kinder. Nicht das Zusammenleben in mehr oder weniger verbindlichen „Lebensgemeinschaften, sondern die Ehe zwischen Frau und Mann sichert durch die Erziehung von Kindern die Zukunft des Gemeinwesens. Eheliche Gemeinschaft begünstigt die Entscheidung für Kinder, aber umgekehrt fördert das Zusammenleben mit Kindern auch die Ehe ihre ideelle Wertschätzung ebenso wie die praktische Entscheidung für sie als Lebensform. Schon das Aufwachsen mit Geschwistern in der Herkunftsfamilie prägt die Neigung zur Ehe: Wie der Familiensurvey des Deutschen Jugendinstituts zeigt, sind Befragte mit mehreren Geschwistern im Vergleich zu Einzel-kindern signifikant häufiger verheiratet. Dementsprechend leben die als „Geschwisterkind Aufgewachsenen wesentlich seltener als „Single ohne feste Partnerbindung. Dieser Befund verweist einerseits auf die Bedeutung der im Umgang mit Geschwistern erlernten „sozialen Aushandlungsprozesse für die Entscheidung zur Heirat und für die Stabilität der Ehe. Zum anderen verweist er auf das Beispiel der elterlichen Ehe: Wer mehrere Geschwister hat, ist auch häufiger mit beiden leiblichen verheirateten Eltern gross geworden. Eine beständige Ehe der Eltern gewährleistet nicht nur eine gewisse äussere Stabilität, sondern bietet auch die „Erfahrung von Verlässlichkeit in emotional engen Beziehungen. Verlässlichkeit und emotionale Nähe: Wer sie als Kind in seiner Familie und später als Erwachsener in der eigenen Ehe erfährt, dem fällt es leichter zu vertrauen, nicht nur seinem Ehepartner, sondern auch anderen Mitmenschen und Institutionen des Gemeinwesens. Vertrauen ist der wichtigste „Kitt für die arbeitsteilige Wirtschaftsgesellschaft ebenso wie für die pluralistische Demokratie. Vertrauen ist die Währung des Lebens. In der öffentlichen Wahrnehmung bleiben diese Zusammenhänge zwischen Ehe, Kindern, Verlässlichkeit und dem Gemeinwohl manchmal unterbelichtet. Mitunter erscheint in Politik und Medien die Ehe sogar als eine „überholte Institution. Diese Sichtweise teilt indes nur eine Minderheit der Bevölkerung. Die Ehe zwischen Frau und Mann mag heute weniger selbstverständlich sein als früher, doch die meisten verbinden mit ihr nach wie vor Glück und Lebenssinn. |


